Diversität ist ein zentrales Leitprinzip professioneller Lehrer*innenbildung und erfordert Lernformate, die unterschiedliche Lernvoraussetzungen nicht nur berücksichtigen, sondern aktiv erfahrbar machen. KI-Assistenzsysteme eröffnen hierfür neue didaktische Möglichkeiten, insbesondere durch die Simulation sozialer Interaktionen sowie die Gestaltung diversitätssensibler Lernumgebungen.
Im Zentrum des Seminars im Wintersemester 2026 steht die Arbeit mit KI-Single-Assistenten. Diese fungieren als individualisierte, interaktive Gegenüber, die gezielt für die Simulation pädagogischer Situationen gestaltet werden. Studierende entwickeln mithilfe KI-gestützter Werkzeuge differenzierte Persona-Profile, die als 3D-Avatare in XR-Lernszenarien umgesetzt werden. Ausgangspunkt bildet das Prompt Engineering mit PromptCoach, das die strukturierte Entwicklung und Reflexion von Rollen, Perspektiven und Interaktionen unterstützt. Die weitere Ausarbeitung und technische Umsetzung erfolgt in Blender, im KI-Assistenten-Studio sowie in Unity.
Die Konzentration auf einen einzelnen KI-Assistenten ermöglicht eine didaktisch reduzierte und kontrollierbare Lernumgebung. Studierende können Interaktionen gezielt analysieren, variieren und reflektieren. Eigenschaften wie Sprachstil, Vorwissen, Emotion oder Motivation lassen sich systematisch verändern und ihre Auswirkungen auf Kommunikationsverläufe untersuchen. Der KI-Single-Assistent fungiert dabei zugleich als Simulationspartner, Analyseobjekt und Reflexionsmedium.
Die immersive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lernperspektiven fördert zentrale professionelle Kompetenzen wie Empathiefähigkeit, diagnostische Sensibilität und didaktische Gestaltungskompetenz. Gleichzeitig ermöglicht der Einsatz von KI eine kritische Reflexion von Bias, Stereotypen und impliziten Annahmen – sowohl im System als auch im eigenen professionellen Denken.
Im Rahmen dieses Settings erwerben Studierende ein breites Spektrum an Kompetenzen: